Die Mechanik: Warum der Markt für Transaktionsberatung noch immer Sichtbarkeit statt tatsächlichen Beitrag belohnt
Der Markt für Transaktionsreputation funktioniert heute auf drei Ebenen – und jede hat eine wirtschaftliche Verzerrung, die allen Praktikern bekannt ist, vor Mandanten aber selten ausgesprochen wird.
Verzeichnisse: Sichtbarkeit, die man kaufen kann
Die meisten Berufsverzeichnisse und Branchenhandbücher beruhen auf einem Mischmodell, in dem die erweiterte Präsenz – das ausführliche Profil, der hervorgehobene Eintrag, die Premium-Platzierung – kostenpflichtig ist. Der Leser glaubt, eine Auswahl zu lesen; zum Teil liest er eine Werbefläche. Der hervorragende, aber zurückhaltende Berater ist dort strukturell unterrepräsentiert gegenüber dem durchschnittlichen Berater mit Marketingbudget.
Rankings: ein durch Selbstauskunft verzerrtes Maß
Branchenrankings stützen sich weitgehend auf Einreichungen der Kanzleien, Beratungshäuser und Institute selbst: Bewerbungsunterlagen, gemeldete Transaktionslisten, vom Bewerber gewählte Abgrenzungen. Die Eingangsdaten beruhen auf Selbstauskunft und lassen sich deshalb optimieren. Gemessen wird dort ebenso sehr die Qualität des Teams, das die Ranking-Einreichung vorbereitet, wie die Qualität der Beratung.
Mundpropaganda: zutreffend, aber langsam und begrenzt
Bleibt der verlässlichste Kanal: die Empfehlung unter Fachkollegen. Er ist präzise, wirkt aber nur in kleinen Kreisen – der Inhaber eines mittelständischen Industrieunternehmens in der Region hat keinen Zugang zum Adressbuch des M&A-Leiters eines börsennotierten Konzerns. Die richtige Information existiert, aber sie ist abgeschottet. Das messbare Ergebnis: Wochen, manchmal Monate, die vergehen, bis die richtigen Ansprechpartner gefunden sind – noch bevor das erste Dossier geöffnet wird.