Private-Equity-Fonds
Streben einen Exit nach 5–7 Jahren an. Verlangen eine Vertretung im Board und Vorzugsrechte (Drag-along, Tag-along).
Akquisition · Leverage-Effekt · Private Equity
Von Collaboration Capital · Aktualisiert am 22. Oktober 2026
Sie planen, gemeinsam mit einem Finanzinvestor oder Ihrem eigenen Managementteam ein Unternehmen oder eine Wachstumsplattform zu übernehmen, doch eine Finanzierung zu 100 % aus Eigenkapital ist nicht realistisch? Collaboration Capital strukturiert die fremdfinanzierte Übernahme (LBO): dimensioniert den Leverage, baut den Capital Stack auf (Eigenkapital + Senior-Darlehen + Mezzanine-Kapital), steuert die Covenants und orchestriert den Exit. Von 5 bis 200 Mio. €: Unternehmenskauf, MBO, Buy-and-Build.
01 · Worum es bei einem LBO geht
Ein LBO (Leveraged Buy-Out) ist eine Übernahme, bei der eine Erwerbsholding einen erheblichen Teil des Kaufpreises bei Banken und Kreditfonds aufnimmt, während die Investoren Eigenkapital einbringen. Die Holding erwirbt das Zielunternehmen, und die Schulden werden schrittweise aus den Cashflows zurückgezahlt, die das übernommene Unternehmen erwirtschaftet.
Der LBO erzeugt einen finanziellen Hebeleffekt: Operatives Wachstum und Entschuldung kommen vorrangig den Gesellschaftern zugute, was ihre Rendite über einen Investitionszyklus um das 2- bis 4-Fache steigern kann.
Mit weniger Kapital übernehmen. Die Ersteinlage der Gesellschafter reduzieren, indem die Finanzierungskapazität der übernommenen Gruppe genutzt wird.
Externes Wachstum finanzieren. Mehrere ergänzende Übernahmen (Buy-and-Build) ohne nennenswertes zusätzliches Kapital ermöglichen.
Die Nachfolge erleichtern. Dem Management ermöglichen, das Unternehmen vom Verkäufer im Rahmen eines MBO (Management Buy-Out) zu übernehmen.
Die Gesellschafterrenditen steigern. Operatives Wachstum, Entschuldung und Multiple-Expansion kombinieren.
Die Governance professionalisieren. Reportings, Covenants und eine abgestimmte Cash-Disziplin einführen.
02 · Der am weitesten verbreitete Finanzierungsmechanismus
Ein LBO beruht auf einer einfachen Architektur: Eine Erwerbsholding (HoldCo) nimmt Fremdkapital auf und erwirbt das Zielunternehmen (OpCo). Drei Hebel schaffen anschließend Wert für die Gesellschafter.
MOIC (Multiple on Invested Capital). Verhältnis zwischen dem zurückerhaltenen Betrag und dem investierten Kapital. Ein MOIC von 2,5x bedeutet, dass jeder investierte Euro 2,5 Euro eingebracht hat.
IRR (Internal Rate of Return, interner Zinsfuß). Annualisierte Rendite. Ein MOIC von 2,0x über 3 Jahre ergibt eine IRR von rund 26 %, während ein MOIC von 2,0x über 7 Jahre nur eine IRR von 11 % ergibt.
03 · Capital Stack und Finanzierung
Ein LBO kombiniert mehrere Finanzierungsquellen, die für den Krisenfall nach Rang geordnet sind. Die typische Struktur kombiniert 40–50 % Eigenkapital und 50–60 % Fremdkapital in verschiedenen Formen.
04 · Wesentliche Vorkehrungen für den Erfolg
Ein gutes LBO-Zielunternehmen ist nicht nur profitabel — es muss einen planbaren und stabilen Cashflow erwirtschaften, der mehrere Jahre Schuldentilgung tragen kann, auch im Fall eines Schocks.
EBITDA-Rückgang um -10 %, -20 %, -30 %. Die Finanzierungsstruktur muss auch bei einer deutlichen Verschlechterung standhalten.
Anstieg der durchschnittlichen Fremdkapitalkosten um +100 bis +300 Basispunkte. Die Cash-Zinsen steigen und verringern die verfügbare Liquidität.
Verzögerung einer erwarteten Synergie um 6 bis 12 Monate. Synergien werden nie pünktlich realisiert.
Exit zu einem Multiple, das um 1,0x bis 2,0x unter dem Einstiegsmultiple liegt. Der Plan muss auch ohne Multiple-Expansion funktionieren.
Covenants: die Leitplanken des Kreditgebers. Finanzielle Covenants (Leverage, Interest Cover, DSCR) sind vertragliche Schwellenwerte, die jedes Quartal oder jedes Jahr getestet werden. Ihre Nichteinhaltung = technischer Kreditausfall, selbst wenn das Unternehmen wirtschaftlich gesund ist. Das Verhalten dieser Kennzahlen muss in allen Szenarien modelliert werden.
05 · Die Akteure eines LBO
Ein LBO bringt rund zehn Akteure zusammen — jeder mit eigener Rolle, eigenem Risiko und eigenen Konditionen.
Streben einen Exit nach 5–7 Jahren an. Verlangen eine Vertretung im Board und Vorzugsrechte (Drag-along, Tag-along).
Aktien, BSA (Bons de Souscription d'Actions, französische Aktienoptionsscheine), Ratchets oder Free Float. Muss ein echtes wirtschaftliches Risiko tragen (Verlust möglich).
Verlangen einen DSCR ≥ 1,2x sowie Sicherheiten an den Vermögenswerten und wesentlichen Verträgen. Kosten: Referenzzins + Marge (3,5–4,5 % all-in).
Flexibler als Banken, aber teurer. Akzeptieren komplexe Strukturen und weniger strenge Covenants.
Als IOBSP registriert (in Frankreich registrierter Vermittler von Bank- und Zahlungsdienstleistungen), wie Collaboration Capital: ORIAS Nr. 25000696. Erstellt Finanzmodelle und Dokumentation.
Financial, Legal, Tax und Commercial Due Diligence. Unverzichtbar ab dem Stadium des verbindlichen Angebots.
06 · Technische Fragen: Steuern, Recht, Finanzen
Der LBO verbindet drei Dimensionen: rechtliche Architektur, Besteuerung und Gesellschafter-Governance. Jede bringt eigene Zwänge mit sich.
HoldCo (Erwerbsholding): Wegen ihrer satzungsmäßigen Flexibilität als SAS (französische vereinfachte Aktiengesellschaft) gegründet. Nimmt Fremdkapital auf und erwirbt das Zielunternehmen. Schirmt die Investoren rechtlich von den Akquisitionsschulden ab.
OpCo (operative Zielgesellschaft): Das übernommene Unternehmen. Erwirtschaftet das EBITDA, schüttet Dividenden aus (unter Bedingungen) und kann einen Teil der Schulden besichern (eingeschränkt, Artikel L.225-216 des Code de commerce, französisches Handelsgesetzbuch).
Verschmelzung nach dem Closing: Eine spätere Verschmelzung ist möglich, aber komplex (Sicherheiten, Gläubiger, Steuern). Selten gerechtfertigt.
Die in französisches Recht umgesetzte ATAD-Richtlinie begrenzt den Abzug der Nettofinanzierungsaufwendungen auf den höheren der folgenden Beträge:
3 Millionen Euro (fester Schwellenwert) oder
30 % des steuerlichen EBITDA (variabler Schwellenwert).
Auswirkung: Bei einem LBO mit einem Leverage von 5,0x kann ein Teil der Zinsen im ersten Jahr steuerlich nicht abzugsfähig sein und wird auf das Folgejahr vorgetragen. Die steuerlichen Auswirkungen sind stets getrennt vom Bankenmodell zu modellieren.
Seit 2025 ist die Besteuerung von Gewinnen aus Management-Packages grundlegend neu geregelt:
Gehälter und Löhne: Der Anteil, der der üblichen Vergütung des Managements entspricht, wird weiterhin wie Arbeitslohn besteuert.
Veräußerungsgewinne: Unter Bedingungen hinsichtlich Risiko und Haltedauer (mindestens 2 Jahre) kann ein Teil unter die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen fallen.
Performance: Ein Gewinn aus einer Outperformance kann wie ein Veräußerungsgewinn besteuert werden.
Zentrale Regel: Das Package muss zunächst wirtschaftlich schlüssig sein (echte Investition, dokumentiertes Verlustrisiko, begründete Bewertung). Die steuerliche Behandlung darf nicht der Grund für das Instrument sein.
07 · Drei erfolgreiche Beispiele
1999: LBO der Tiergesundheitssparte von Sanofi/Synthélabo
2003–2007 (IK Partners): Umsatz steigt von 210 Mio. € auf 340 Mio. € (+60 %), EBITDA verdoppelt.
Heute: Umsatz von 1,77 Mrd. € im Jahr 2024. Seit der Gründung um das 14-Fache gewachsen.
Lektion: Der LBO ist ein Instrument unternehmerischer Souveränität des Managements. Wertschöpfung durch F&E + internationale Übernahmen + Entschuldung, nicht durch Kompression des Leverage.
2015 (KKR): Erwarteter Umsatz von 725 Mio. €. Management als kontrollierender Gesellschafter. Über 30.000 Mitarbeitende.
2019 (GBL): Webhelp verdoppelt. EV 2,4 Mrd. €. Das Management bleibt engagiert.
2023 (Concentrix): EV ~4,8 Mrd. $. Pro forma 3,0x Verschuldung/EBITDA.
Lektion: Leverage und externes Wachstum lassen sich vereinbaren, wenn die Cash Conversion solide ist. Secondary LBO = Wachstumsetappe.
2017 (HLD/PAI): Baumaschinenvermietung. 606 Mio. €. Europaweites Buy-and-Build.
2022: 1,1 Mrd. €. Größe in 5 Jahren verdoppelt. Auslandsumsatz x4.
Heute: Weiterhin massive Investitionen (Vermietung = anlageintensiv). 6 Jahre Wachstum in Folge.
Lektion: LBO bei einem sachanlageintensiven Geschäft ≠ SaaS. Hoher, dauerhafter Capex. Buy-and-Build = operative Kompetenz.
✓ Ein LBO ist keine Leverage-Arbitrage, sondern eine Disziplin der Wertschöpfung.
✓ Stabilität des Managements + Leverage = beste langfristige Rendite.
✓ Buy-and-Build beschleunigt das Wachstum, wenn die Integration beherrscht wird.
✓ Secondary LBO ≠ endgültiger Exit; Übergang in einen neuen Zyklus.
08 · Die Vorbereitung einer LBO-Transaktion
Ein LBO wird in drei Phasen vorbereitet: Vorbereitung (6–12 Monate), Signing bis Closing (2–4 Monate), nach dem Closing (100-Tage-Plan).
Finanzierbarkeit validieren: 5-Jahres-Modell, stressgetestete Kennzahlen, normalisiertes EBITDA, Free Cashflow nach Capex/Working Capital.
Governance strukturieren: Gesellschafterkategorien, Entwurf der Gesellschaftervereinbarung, dimensioniertes Management-Package.
Due Diligence vorbereiten: Financial (Quality of Earnings), Tax (künftige Steuern), Legal (wesentliche Verträge), Commercial (Markt).
Finanzierungspartner einbinden: Finanzierungsbank für einen Commitment Letter zum Senior-Darlehen, Sondierung von Unitranche/Mezzanine.
SPA (Sales Purchase Agreement, Unternehmenskaufvertrag): Festlegung des Kaufpreises, aufschiebende Bedingungen, Garantien des Verkäufers, Freistellungen.
Finanzierungsdokumentation: Kreditvertrag (Credit Agreement), Sicherheiten (Verpfändungen), Intercreditor Agreement, Covenants.
Vollständige Gesellschaftervereinbarung: Finalisierte Governance, Übertragungen, Exit.
Regulatorische Prüfungen: Fusionskontrollfreigabe, falls erforderlich (Schwellenwerte nach L.430-2, 2026 geändert).
Absichern: Schlüsselkunden (Benachrichtigungen), Management (Bindung, Packages), wichtige Lieferanten.
Reporting einführen: Covenant-Modell, operative KPIs, wöchentliche Liquiditätsplanung.
5–10 Initiativen priorisieren: Messbare und umsetzbare Initiativen zur Wertschöpfung.
Capex und Working Capital optimieren: Annahmen mit dem operativen Bereich abgleichen.
Buy-and-Build starten, falls Teil der Strategie: Pipeline von Zielunternehmen, Sourcing.
☐ Erwirtschaftet das Zielunternehmen nach Capex und Working Capital einen planbaren Free Cashflow?
☐ Kann das Management ohne übermäßige Abhängigkeit vom Verkäufer arbeiten?
☐ Hält der Leverage einem EBITDA-Rückgang von 20 % stand?
☐ Funktioniert der Plan mit einem stabilen oder niedrigeren Exit-Multiple?
☐ Sind die Zinsen nach Anwendung der ATAD-Zinsschranke modelliert?
☐ Wurden die Risiken einer unzulässigen finanziellen Unterstützung (Artikel L.225-216) analysiert?
☐ Management-Package: echtes wirtschaftliches Risiko + dokumentierte Bewertung?
☐ Sind die Bedingungen von SPA und Finanzierung aufeinander abgestimmt (Funds-Certain-Logik)?
☐ Behält die Gruppe Liquiditätsreserven für Investitionen und Unvorhergesehenes?
☐ Plausible Exit-Strategie (Trade Sale, Secondary, IPO, Continuation)?
Häufig gestellte Fragen
Typischerweise zwischen 3,5x und 5,0x. Niedriger, wenn das Geschäft zyklisch ist oder die Cashflows wenig planbar sind. Höher bei stabilen Cashflows (Infrastruktur, langfristige Verträge). Ein Leverage von 5,0x beim Closing ist nur tragfähig, wenn die Kreditgeber ihn akzeptieren, d. h. wenn der DSCR auch im Stresstest ≥ 1,20x beträgt.
Ein Covenant ist ein vertraglicher Schwellenwert, den die Gruppe jedes Quartal einhalten muss (z. B. Leverage ≤ 4,0x, DSCR ≥ 1,2x). Nichteinhaltung = technischer Kreditausfall, selbst wenn das Unternehmen wirtschaftlich gesund ist. Die Covenants variieren je nach Art der Finanzierung (Senior = strenger, Mezzanine = flexibler).
Ja, wenn die Cashflows des Vorhabens die Schulden komfortabel decken. Senior-Kreditgeber verzichten auf eine Bürgschaft, wenn der DSCR ≥ 1,25x beträgt und die Sicherheiten auf den Vermögenswerten des Zielunternehmens liegen. Mezzanine-Geber verlangen aus Vorsicht häufig eine begrenzte Bürgschaft.
Insgesamt zwischen 12 und 24 Monaten. Vorbereitung: 6–12 Monate. Signing bis Closing: 2–4 Monate. Der größte Verzögerungsfaktor ist fehlende hochwertige Dokumentation beim Start (nicht unterzeichnete Schlüsselverträge, unvollständige Due Diligence).
Eine Strategie, bei der die LBO-Plattform mehrere ergänzende Zielunternehmen übernimmt, um das Wachstum zu beschleunigen. Vorteile: Synergien, Diversifizierung, geografische Verdichtung. Risiken: Komplexität der Integration, verzögerte Entschuldung, operative Umsetzung.
Vier wesentliche: (1) Trade Sale (Verkauf an einen strategischen Industriekäufer), (2) Sponsor-to-Sponsor (Verkauf an einen anderen Fonds), (3) IPO (Börsengang), (4) Refinanzierung/Continuation (gleicher oder neuer langfristiger Sponsor).
Ja, wenn das EBITDA einbricht, die Zinsen steigen oder eine Synergie ausbleibt. Optionen: Waiver (vorübergehender Verzicht gegen Gebühr), Covenant Reset (Neuverhandlung), Equity Cure (Kapitalzuführung), Amendment (Restrukturierung der Schulden). Vorbeugendes Handeln ist besser als die Krise.
Zwischen 20 % und 30 % annualisierte IRR für einen Mid-Market-LBO über 5–7 Jahre (Basisszenario). Stark von der Haltedauer abhängig (MOIC 2,0x in 3 Jahren = 26 % IRR; MOIC 2,0x in 7 Jahren = 11 % IRR). Keine Garantie.
Nein. Collaboration Capital verlangt keine Exklusivität. Sie können jederzeit andere Berater hinzuziehen und das Mandat zurückziehen. Als IOBSP registrierte Beratungsgesellschaft (ORIAS Nr. 25000696).
Ein erstes 45-minütiges Gespräch mit einem Partner, um die Finanzierbarkeit zu testen, den Eigenbeitrag des Managements und die tragbare Verschuldung zu kalibrieren, Strukturen mit und ohne Sponsor zu vergleichen und die erreichbaren Finanzierungspartner zu identifizieren — unverbindlich.
Antwort innerhalb von 24 Stunden an Werktagen
Vertraulichkeit garantiert – NDA auf Anfrage
In Frankreich registrierter Kreditvermittler (IOBSP), ORIAS-Nr. 25000696